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  Die Geschichte der Feuerwehr Amstetten




Am 3. August 1868- also bereits ein Jahr nach der verfassungsmäßigen Verankerung der Vereinsfreiheit gründeten Männer des Turnvereins die Freiwillige Feuerwehr Amstetten. Der Gründer war Färbermeister Johann Radinger, seine Mitbegründer E. Skoda, A. Queiser, F. Mayerhofer und F. Ruezinger. Zum Hauptmann wurde der Färbermeister und Gemeinderat Johann Radinger gewählt. Der Verein hatte bei der Gründung 60 Mitglieder bei knapp 3000 Einwohnern.

 

In einer alten Chronik wird berichtet, das "in der Session des Panthäding" vom 27.Juli 1792 die Feuerlösch-Ordnung bestätigt worden ist, wobei auch dem Schlosser Mißrigler ist bedeutet worden, dass er künftig bei entstehender Feuersbrunst nicht mehr mit der Ratsglocke läute, sondern nur anschlage; nicht minder ist bei dieser Gelegenheit der löblichen Bürgschaft wegen Anschaffung einer Feuerspritze Meldung gemacht worden und dem Missrigler Kommission gegeben worden, das er nach Wien schreiben solle, wie teuer eine gut wäre."

 

Am 29.Oktober 1792 wurde in einer "Folgeverordnung" beschlossen, eine neue Spritze anzuschaffen, wobei die Vogtherrschaft Seisenegg, beziehungsweise die Kirche Amstetten und die hiesigen "Honeratioren" Beiträge leisten sollten. An dem Reste sollten die Gemeindemitglieder "participiren".

 

Der Löschdienst war ehemals ebenso Bürgerdienst wie die Verteilung des Marktes. Die Feuersgefahr war natürlich damals viel größer als heute.

 

Mit dem Erlassen einer Feuerlöschordnung durch Kaiser Josef II. Wurde bei allen Neubauten ein Hausbrunnen vorgeschrieben. Sämtliche Feuerstätten des Marktes unterlagen einer monatlichen Feuerbeschau durch zwei Bürger. Feuerwachen führte man erst im 18.Jahrhundert ein.

 

Im Jahre 1814 bestand bereits ein "Feuerlösch- Requisiten- Depositotium" im Gewölbe des Hauses Hauptplatz 30, das war das alte Bezirksgericht.

 

Ein Feuerlösch-Depot entstand dann in der Rathausstraße neben dem alten Rathaus, das beim Neubau des Rathauses abgetragen wurde.

 


Die erste Zeit nach der Gründung


Seit 1873 gab es auch eine Freiwillige Bahnfeuerwehr. Sie unterstand zunächst der "Marktfeuerwehr", wurde aber dann selbständig. Vor 1938 löste sie sich selbst auf.

 

Unter dem Feuerwehrhauptmann Julius Hoffmann wurde am 27.2.1926 von der Feuerwehr eine Rettungsabteilung gegründet.

Vorerst stand ein Rettungswagen mit Pferdegespann in Verwendung, welcher am 12.5.1926 von einem Sanitätsauto abgelöst wurde.

Im Jahre 1938 ging die Rettungsabteilung an das Rote Kreuz über.


Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg


266 mal versetzte der Fliegeralarm mit seinem Sirenengeheul die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Rund 12.000 Spreng-, Brand- und Splitterbomben wurden über Amstetten abgeworfen und verursachten große Schäden an Wohnhäusern, Verkehrsanlagen und Kulturen. 666 Wohnungen wurden zerstört.

Viel schmerzlicher waren aber die 142 Todesopfer und 148 Verletzten. Die wenigen Männer, ergänzt durch Feuerwehrhelferinnen und Jugendliche, waren das Gros der damaligen Feuerwehr.


Nachkriegszeit und Wiederaufbau

Alle Fahrzeuge und zum Teil auch Geräte, Uniformen und Ausrüstungen waren requiriert und geplündert worden. Die Feuerwehr stand vor dem Nichts.

Unter schwierigsten Umständen, mit neuer Begeisterung, wurden die noch vorhandenen Geräte Gereinigt und instandgesetzt. 1948 wurde in bescheidenen Rahmen das 80jährige Bestandsfest abgehalten.

 

1958 war die Feuerwehr schon wieder mit 3 Tanklöschfahrzeugen, einem leichten Löschfahrzeug LF8, einer fahrbaren Leiter (18m) und 20 leichten sowie 3 schweren Atemschutzgeräten ausgerüstet. Im Jahr 1969 wurde der 19. NÖ. Landesfeuerwehr- Leistungsbewerb durchgeführt.

 

Das alte Zeughaus hatte die Wehr von Beginn an im Rathaushof. In den Jahren 1975 und 1976 musste die Freiwillige Feuerwehr in die Feldstraße ausweichen. Am 26.Oktober 1976 zog die Feuerwehr in ihr heutiges Haus in der Anzengruberstr. 1 ein.

 

1992 wurde die Bezirksalarmzentrale in Betrieb genommen. Die ständig besetzte Nachrichtenzentrale ist von 3 hauptamtlichen und 15 freiwilligen Feuerwehrmännern rund um die Uhr besetzt. Der Notruf 122 wird von dort direkt an die 88 Feuerwehren des Bezirkes und an alle Betriebsfeuerwehren mit Sprach und Sirenenalarm weitergeleitet.

 

1999 und 2000 wurde ein Zubau mit 4 Garagen, Katastrophenlager, AS-Übungsstrecke, Schlauchturm und verschiedene Lager gebaut.

 

Seit Juli 2003 wird der Bezirk Scheibbs mit 27 Feuerwehren von der Bereichsalarmzentrale Amstetten mitlamiert. 


 
       

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